Grundsteine für Qualität und Erfolg des Schweizer Plakates

An der Qualität und am Erfolg des Schweizer Plakates der Frühzeit waren einige lithografische Druckereibetriebe massgeblich beteiligt – insbesondere die Druckerei Wolfensberger in Zürich, der auch der ehemalige Kunstsalon Wolfsberg, einer der beeindruckendsten Ausstellungsorte für Plakate, angehörte.

Weitere frühe Lithografiedrucker waren u.a. Trüb in Aarau, Wassermann in Basel, Sonor in Genf sowie Marsens und Roth & Sauter in Lausanne.

Schweizer Plakate wurden ab 1914 im sogenannten Weltformat (90,5 x 128 cm, heute F4 genannt) gedruckt – nach Einführung der DIN-Formate anfangs der 1920er Jahre behielt die Schweiz als einziges Land das Weltformat als Standardformat für Plakate.

Von grosser Bedeutung für das Schweizer Plakatschaffen waren auch die Auftraggeber, die die Möglichkeiten der Plakatwerbung erkannten und ein Gespür für gestalterische Qualität hatten – seien es Transportunternehmen wie die SBB, Modehäuser wie Bally oder PKZ, Pharmaunternehmen wie Gaba, Lebensmittelhersteller, Tourismusorte, öffentliche oder kulturelle Institutionen oder gar politische Kampagnen. Mit ihren Plakataufträgen ermöglichten sie erst den Erfolg der talentierten Plakatkünstler und der Plakatproduktion in der Schweiz.

Seit 1941 werden ausserdem jährlich die besten Schweizer Plakate durch das Eidgenössische Departement des Innern in Zusammenarbeit mit der Allgemeinen Plakatgesellschaft APG mit einem Preis ausgezeichnet. Diese Ehrung hat ebenfalls zum grossen Ansehen und hohen Niveau des Plakates in der Schweiz beigetragen.

Swiss national exhibition Berne, Emil Cardinaux, 1914
Emil Cardinaux, Swiss national exhibition Berne, 1914. Bild: Artifiche AG. Dies war das erste Schweizer Plakat im Weltformat.