Die französischen Pioniere der Plakatkunst

Die ersten Künstler, die die Plakatkunst professionell anwendeten, traten im Paris der Belle époque, in den 1870er bis 1890er Jahren, hervor.

Jules Chéret hatte in den späten 1860er Jahren die Farblithografie vereinfacht, indem er das Verfahren auf drei Steine reduzierte. Damit schuf er auch einen neuen Darstellungsstil: Während die früheren Vielfarben-Drucke eher malerisch daherkamen und oft sehr kleinteilige Bilder zeigten, waren Chérets Darstellungen flächiger und stilisiert.

Nun konnten auch Künstler ohne spezielle technische Vorkenntnisse die Lithografie anwenden, und die Druckform unterstützte mit ihren Gestaltungsmöglichkeiten und ihrer farblichen Brillanz die Ausdruckskraft der Plakate.

In Chérets Fussstapfen folgten Henri de Toulouse-Lautrec, die gebürtigen Schweizer Théophile-Alexandre Steinlen und Eugène Grasset und weitere, die die Pionierleistung Chérets in künstlerischer Qualität noch übertrafen.

Mit Alfons Mucha, einem gebürtigen Tschechen, erlebte der Pariser Art Nouveau einen Höhepunkt besonderer Prägung. Nach 1900 übernahm der italienische Karikaturist Leonetto Cappiello in Paris die Nachfolge Chérets und Toulouse-Lautrecs. Seine Plakate zeigten oft humorvolle oder ausgefallene Figuren.

Jules Chéret, Jardin de Paris, 1897
Jules Chéret, Jardin de Paris, 1897, Bild: Wikimedia Commons
Théophile-Alexandre Steinlen, Le Chat noir, 1896
Théophile-Alexandre Steinlen, Le Chat noir, 1896, Bild: Wikimedia Commons
Alfons Mucha, F. Champenois, 1897
Alfons Mucha, F. Champenois, 1897, Bild: Wikimedia Commons
Leonetto Cappiello, Maurin Quina, 1906
Leonetto Cappiello, Maurin Quina, 1906, Bild: Artifiche AG