Das postmoderne Plakat
Ab den 1970er Jahren lösten Jörg Hamburger, Wolfgang Weingart und das Zürcher Grafikteam Siegfried Odermatt und Rosmarie Tissi die Strenge des Swiss Style auf: Sie behielten davon die Modernität, Klarheit und Reduktion, gingen aber spielerischer mit dem Raster um.
Weingart, der an der Kunstgewerbeschule Basel unterrichtete, entwickelte den experimentellen «New Wave»-Stil der Typografie und hatte damit auf GrafikerInnen weltweit grossen Einfluss, der bis heute anhält.




In der Kulturszene der 1980er und 1990er Jahre machten verschiedene Grafiker mit eigenwilligem Stil die «präzise» Schweiz lebhafter, fröhlicher und farbiger: Paul Brühwiler mit erzählerischen, fast poetischen Plakaten für das Zürcher Filmpodium; Niklaus Troxler mit seinen farbenfrohen Plakaten für das von ihm gegründete Jazz Festival Willisau; Claude Kuhn mit einprägsamen Figurensigneten und klarer Farbenfläche; Werner Jeker, der durch seine vielen Schwarz-Weiss-Plakate für das Musée de l’Elysée hervorsticht; K. Domenic Geissbühler mit seinen fantasievollen, oft collageartigen Plakaten für das Zürcher Opernhaus und Ralph Schraivogel mit einer höchst eigenwilligen Schriftgestaltung.






Dem in der Südschweiz lebenden und arbeitenden Grafiker Bruno Monguzzi gehört eine besondere Aufmerksamkeit. Sein typografischer Sinn und seine feinfühlige Gestaltungsweise widerspiegeln sich in seinem Corporate Design für das Musée d’Orsay in Paris und in seinen Plakat-Meisterwerken für das Museo Cantonale d’Arte Lugano.

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