Art Deco und Dominanz der Grafiker
Im Laufe der 1920er und 1930er Jahre ging die Plakatgestaltung immer konsequenter an die Grafiker über, die nun spezifisch ausgebildet wurden:
An der Kunstgewerbeschule Zürich wurde seit 1906 der Lehrgang «Graphische Kunst» und ab 1918 eine Fachklasse für Angewandte Grafik unterrichtet; an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel wurden ab 1915 Lehrgänge für kunstgewerbliches Entwerfen und Fachklassen für typografischen Satz und Druck sowie für angewandte Grafik angeboten.
Diese Schulen gaben wichtige Impulse für die Entwicklung der Gebrauchsgrafik und trugen massgeblich dazu bei, dass sich in der Schweiz eine stark ausgeprägte Plakatsprache herausbildete, die durchaus in einem Kontext der internationalen Kunstentwicklung steht.
Ernst Keller, der erste Grafiklehrer an der Kunstgewerbeschule Zürich ab 1918, bildete über 40 Jahre lang hunderte von Grafikern aus und galt als «Vater der Schweizer Grafik», der den Grundstein für den später international bekannten «Swiss Style» legte.
In vielen Schweizer Plakaten der Zwischenkriegszeit ist der Einfluss des französischen Art-Deco-Plakatmeisters A. M. Cassandre unübersehbar: Seine Dynamik prägt den Stil vieler Plakate wie beispielsweise von Johannes Handschin oder Eric de Coulon.
Weitere Grafiker, die die Schweizer Plakatkunst bis zum Zweiten Weltkrieg und darüber hinaus beeinflussten, waren u.a. Hermann Alfred Koelliker, Emil Ebner, Charles Kuhn, Karl Bickel, Alex Walter Diggelmann und Erwin Roth.








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